Freitag, 22. Mai 2009

La Vita Bella

"La Vita Bella", das war der meistbenutzte Satz an diesem Tag, Ja es war mein freier Tag auch das hat etwas damit zu tun. Ihr könnt euch schonmal darauf einstellen, dass dieser Blogeintrag sehr positiv wird, aber nachdem ich zwei Blogeinträge bei schlechter Stimmung geschrieben habe muss jetzt auch einer bei guter Laune mit Alkoholeinfluss geschrieben werden. Wir schreiben es jetzt 3:43, wir haben unsere Queen Show heute unter tosendem Applaus über die Bühne gebracht und es war einer der tollsten Gefühle die Ich bisher erleben durfte. Selbst Kathi, die schon letztes Jahr alle Musicals aufgeführt hat, hat gesagt, dass dieses ein ganz besonderes für sie war. Es war unser erstes Musical ohne Leute hinter denen wir uns verstecken konnten, heute waren Matthias als Galileo und ich als Six die Stars. Das Putzfrauendasein gehört der Vergangenheit an. Unsere kleine Disco tobte, man konnte in allen Gesichtern Begeisterung, Freude und Erstaunen erkennen.
Soviel zu dem ersten positiven Erlebnis, das nächste positive an diesem Tag, war der Anfang. Da Ich wie gesagt frei hatte stand ich um 10 auf brachte meine Zukunft in Form eines Bewerbungsbriefes zur Post und fühlte mich wieder frei die Zeit hier zu genießen. Daraufhin folgte eine Stunde Musik hören und sich unter dem Zitronenbaum sonnen und den Gekkos zugucken. Nach unserer Generalprobe die akzeptabel verlief gings zum Strand, eigentlich nur zum entspannen. Da kam Francesco unser neuer Wassersportkollege gerade mit dem Surfbrett auf mich zu und fragte mich ob ich es jetzt lernen will, ich antwortete: "NATÜRLICH". Francesco ist super nett, wir werden wahrscheinlich das Wassersportcenter zusammen leiten, da er sich mit Catamaren null auskennt. Dies liegt aber noch in vager zukunft und is davon abhängig was Franco dazu sagt.
Auf jedenfall war ich daraufhin 2 Stunden auf dem Wasser, meistens im Wasser, und lernte Surfen. Und es lief sogar ganz gut. Ich freue mich schon auf meine Mittagspausen, die ich mit Francesco auf dem Surfbrett verbringen werde :)
Ein andere sehr netter Umstand ist die deutliche Verjüngung des Publikums in dieser Woche. Man hat mal nicht nur 70 Jährige die nur meckern aber nichts selbst machen wollen. Es gibt doch noch leute die eine gute zeit haben und haben wollen und uns dann einfach das Mikro aus der hand reissen sagen, wir machen Karaoke weiter ihr könnt gerne jetzt proben gehen(so gestern Passiert). Mit einer habe ich mich dann auch noch sehr nett unterhalten und danach noch weitergesonnt. Und dann kam die Show, die Nervösität stieg, wo kommen diese Kopfschmerzen her?, aber im Ende lief alles super, wie gesagt Stimmung super unsere Performance super und verbale Streicheleinheiten ohne Ende. Ein Gast sagte mir, dass man normalerweise für solch eine Show 70€ zahlen müsste und dies war im Angesicht, dass Geld des Deutschen höchstes Gut zu sein scheint ein sehr sehr großes kompliment.

Also zusammenfassung:
Dies war der beste Tag meiner traumhaften Animateurerfahrung.
Ich werde in Zukunft Segellehrer bleiben und mit nem super Kollegen zusammenarbeiten, der mir zeigt wie man surft.
Ich bin glücklich und fühle mich super mit Matze diese Erfahrung machen zu dürfen.
Wir kommen gerade von unserer After-show-Party es ist 4:00 und ich muss in 4 Stunden aufstehen.
La Vita del Animatore, La Vita Bella

Freitag, 15. Mai 2009

Freier Tag auch für mich

Da ist der schon entgegengefieberte freie Tag nun endlich da und plötzlich fällt meine Laune in den Keller. Wie kann das nur passieren? Nicht das ich es nicht gewöhnt bin, dass sich meine Laune hier verhält wie ein Fähnchen im Wind aber trotzdem muss es doch ein Grund geben. Kein Espresso getrunken bisher? Könnte schon ein Indiz sein. Das andere Problem ist räumlich allzuferne und zeitlich doch allzunahe Zukunft. Ich habe heute meinem Vater die letzten Unterlagen für meine Studienbewerbung geschickt, die er nun hoffentlich möglichst bald abschicken wird. Meine Englischprüfung habe ich mit 76 Punkten und "B" bestanden. Zufrieden? Ja eigentlich schon. Aber reicht das denn? Kann ich mich hier angemessen auf das Bewerbungsgespräch vorbereiten? Klappt das alles mit dem Flug? Was mache ich wenn ich nicht für den Studiengang zugelassen werde?

Eines wird klar: Zu viele Fragen und zu wenig Sicherheit für meinen Geschmack. Da sehne ich mich schon wieder nach meiner äusseren Animateurfassade in der schon vollkommen klar ist, dass ich in 2 Jahren in England studiere danach die Welt kennenlerne und dann der neuen Elite angehören werde. Da hört man dann auch von Gästen(die in Deutschland ja alle der Big Boss sind) schon nach einem oberflächlich intensiven 2 Minutengespräch :" Du wirst mal ein ganz großer". Natürlich müsst ihr euch das Lallen nach dem dritten Bier noch dazudenken.

Wir haben zum Glück so viel Stress, dass ich die meiste Zeit gar keine Zeit für Selbstzweifel habe. Da gehts dann zum Strand rauf auf den Katamaran(Juhuuu ich bin der König der Welt). Danach das abbauen für das ich einen Italienischen Satz gelernt hab: "Sistema di Merda". und dann gehts ganz schnell zurück Clubtanz tanzen, Essen, auch das im Stress weil das Restaurant erst um halb 1 auf macht und um 1 schon die Probe anfängt. Und Essen mit Gästen deutlich länger dauert als alleine essen. Dann wird bis 3 geprobt man hört Matze:"I WANT TO BREAK FREE" und mich "ANOTHER ONE BITS THE DUST" grölen. Und dann gehts weiter mit dem Nachmittagsprogramm, Stephen macht die Ansage:" Hallo Liebe Gäste, die Ruhe ist vorbei euer Animationsteam präsentiert euch das Nachmittagsprogramm..." um 6 hoffen, dass man nicht Spalier hat und um 7 fertig geduscht wieder zum Restaurant gehen muss, Sondern tatsächlich 2 Stunden Freizeit genießen kann. Um 8:30 gehts dann nämlich mit der Abendanimation weiter, alte Leute in einem Barbereich der mehr einer Wartehalle ähnelt mit schlechter Soundausstattung überzeugen mit uns Bingo zu spielen oder Karaoke zu singen. Kein einfacher Job, den wir aber trotzalledem ganz gut meistern. Um 11 wird dann weitergeprobt und gegen halb 1 kommt man nach Hause quatscht noch ein bisschen mit den Freunden bei nem glas Vino über den Tag.

Klingt immer noch nach stress macht aber immer noch verdammt viel Spaß und ich bin echt glücklich hier zu sein. Es sind so viel Erfahrungen die man hier macht die echt einzigartig sind. Ich freue mich auf die nächste Zeit auf gute Shows auf tolle Musicals, gute Musik und viel spaß im Team. Dieses ist man kann es kaum glauben auch größer geworden: Samo und Erik sind dazugestoßen, beide Slovaken die kleine Anfangsschwierigkeiten haben mit denen es aber bestimmt lustig wird.

So dann werde ich jetzt noch ein bisschen im Internet rumsurfen meinen Informationsdrang bewältigen, ein bisschen Lesen, aufräumen einkaufen gehen und dann wirds auch schon bald 23 Uhr sein und es geht weiter mit den Proben für Queen.

Donnerstag, 7. Mai 2009

Segeln, ein Traum
Das Schicksal scheint mir noch gut gestimmt zu sein. Zumindest komme ich darauf, weil die letzten Tage super verlaufen sind. Am Montag kam zu mir ein Segler, der „leider“ seinen Schein zu Hause gelassen hatte und Fragen wollte ob er den Katamaran mieten könnte. Aus dem Gespräch heraus wurde klar, dieser Mann ist Segellehrer und ich muss leider mit ihm segeln weil er ohne schein das Boot nicht bekommen konnte. Am Tag darauf begann also die Jungfernfahrt mit dem Phantom Club. Meine anfängliche Nervösität löste sich schnell in Glücksgefühle auf. Wir waren beide noch nie auf diesem Katamaran gesegelt und daher hieß es ausprobieren und herumexperimentieren. Es war ein Traum wir beide lernten das holde Gefährt auf dem Wasser so richtig kennen philosophierten, wie die Wende am besten funktioniert und welches System wohinter steckt. Alles in allem waren wir begeistert von diesem Kat. Er ist simpel schnell und einfach. Man hat nicht 2000 Seile sondern nur 4 wenns hoch kommt. Am ende kamen wir sogar ins gleiten und jeder von uns ritt einmal aus. Das war sogar notwendig und wir machten es nicht nur, weil es unheimlich viel spaß machte ;) Gestern hatte ich dann meine beiden ersten Schüler, auch hier lief alles super. Beide noch nie gesegelt und beiden habe ich es geschafft ganz gut verständlich zu machen. Am Abend war dann noch unsere Sketch Show, die wir durch einen Überraschungsbesuch von 4 Freunden aus dem Garden Resort total vergessen hatten. Naja italienisch pünktliche 30 Minuten zu spät begannen wir dann. ohne eine Probe vorher, und bemerkten auch hier, dass uns das auf der Bühne stehen immer leichter fällt. Die schlechten Vorraussetzungen sind für unsere Entwicklung sogar optimal, weil wir jetzt nun mal die Moderation übernehmen müssen und jeden deutschen Sketch spielen müssen. Natürlich läuft noch nicht alles super, aber die Möglichkeit zu haben so was Abend für Abend vor Publikum neu ausprobieren zu können ist Gold wert.

Heute ist auch ein super Tag! Ich habe frei! War in einem großen Shopping Center in Catanzaro Lido, habe mir Sachen fürs Segeln gekauft und einen schönen Tag verbracht. Außerdem habe ich noch traumhaftes Eis gegessen und noch mehr Kekse und Schokolade gekauft ;) Morgen kommt der neue chef-animateur. Ich bin gespannt wie es mit ihm wird und ob er überhaupt kommt :) Alles in allem war ich die letzten beiden Tage wieder total glücklich, die Laune ändert sich hier deutlich schneller als sonst wo.

Montag, 4. Mai 2009

Emotionen und Gefühle

Komisch, gestern bin ich mit Matze nach Hause gelaufen und hatte richtig gute Laune. Ich hab gelacht war fröhlich und einfach zufrieden. Im nachhinein war der ganze Nachmittag eigentlich gar nicht so schlimm. Gut ich war unausstehlich, hab die ganze Zeit wenn kein gast dabei war ne fresse gezogen und zu allem einen schnippischen Kommentar über die Organisation hier abgelassen. Aber ansonsten… Die Leute mit denen ich mich gestern unterhalten habe waren freundlich, nett und auch die Neuankömmlinge scheinen jünger und lockerer zu sein. Außerdem spielt grade auch das Wetter mit und die gesamte Stimmung im Hotel ändert sich. Trotzdem bin ich verwundert, morgens total mies drauf richtig schlecht gelaunt(wie man durch mein Blog-Eintrag erfahren hat) und mitder Einstellung das kann hier alles nichts werden und nachmittags fröhlich, gut gelaunt und alles ist super. Glaube ich mir mittlerweile die Art wie ich den Gästen meinen Job beschreibe selbst? Bin Ich so beeinflussbar, dass mir ein „Du machst nen guten Job hier und bist echt ein kompetenter Kerl“ reicht um wieder gut drauf zu sein? War es vielleicht doch nur der Espresso am Nachmittag der zwischen glückseeligkeit und Weltuntergangsstimmung entschied. Normalerweise kenne Ich solche Stimmungsschwankungen sonst nur von Matze. Zumindest kann ich auch das auf meiner Erfahrungsliste schreiben.

Sonntag, 3. Mai 2009

180° Drehung

Gestern war ein verwirrender, ereignisreicher und trauriger Tag. Ich stand mit einem an sich guten Gefühl auf. Der Tag davor hatten wir eine Disco gemacht(ohne DJ, weil es ihm schlecht ging) nur mit winamp und ein paar Licht effekten. Es war nicht super aber es hat funktioniert, die Leute haben getanzt und hatten ne gute Zeit. Nachdem ich aufgestanden war, sah ich Danilo, den DJ, der in unserem Appartement wohnt und nur italienisch spricht und fragte ihn ob es ihm besser geht. Er sagte Cosi Cosi(geht so) und erzählte mir das er nach Hause gehen würde und wahrscheinlich nicht zurückkommen würde.

Ich musste erstmal schlucken, da kommt jetzt endlich jemand und nun will er nach zwei Tagen wieder gehen. Aber gut dachte ich, er spricht kein Deutsch, kein Englisch und so die super Ausstrahlung hat er auch nicht. Also, schade aber wir schaffen das irgendwie auch ohne ihn. Er verließ mich dann, weil er noch Frühstücken wollte und ich das Frühstück hier noch nie gesehen hab(eine halbe Stunde mehr schlaf ist mir wichtiger). Daraufhin schaute ich auf die uhr und bemerkte, dass ich noch 15 Minuten zeit hatte. Die nutzte ich sofort zum Sonnenbaden, denn endlich ist hier schönes Wetter. Ich mich also mit dem Stuhl auf meine Terrasse gesetzt und vor mich hingeträumt. So kann ein Tag beginnen dachte ich mir. Weiter ging es mit der Mountainbiketour. Man wird es kaum glauben aber hier macht mir Fahrradfahren spaß. Es war wunderschön, die Strecke war anstrengend, sehr steil aber die Mountainbikes sind sehr gut und die Aussicht oben sowie die rasante Abfahrt entschädigten für das heraufquälen.
Alles in allem ein gelungener Vormittag.

Danach haben wir ein bisschen unseren Mountainbikeverleih organisiert, Mario hat sich Punkte für sein erstes Meeting mit Franco und dem Direktor aufgeschrieben und wir haben uns um die Ankömmlinge gekümmert. Samstag und Sonntag sind hier die Tage wo die meisten ankommen und die bringen wir dann auf die Zimmer und weisen sie ein bisschen ein. Ein bisschen verwirrt war ich, als ich beim Essen Danilo über den weg gelaufen bin und er mir strahlend erzählte, er würde doch bleiben. Nach dem Essen hatten wir ein bisschen Zeit und um 3 kamen dann die nächsten neuankömmlinge und Mario hatte sein Meeting. Alles verlief wie immer die Gäste waren zufrieden mit der Anlage und ich genoss das schöne Wetter. Dann plötzlich komme ich in den Info-Point und sehe wie Mario seine Sachen packt und sagt er geht, er nimmt morgen den Flug nach Berlin und hier funktioniert das alles nicht. Puff, weg war er.

Wir total verdutzt, ähhh weiterarbeiten... Fußball... Spaß toll super uns gefällt das Hotel wir haben spaß... 6 Uhr, meeting: Franco erzählt uns das Mario nicht mehr mit uns zusammenarbeitet er bis Donnerstag hier bleiben wird und dann ein neuer CopaAnimatore(Chefanimateur)aus Brasilien kommen wird der 5 Sprachen spricht. Gefühl, ganz ganz schlecht. Unser Teamleiter, der sich für uns eingesetzt hat, der die mit Abstand meiste Erfahrung in sachen Animation hat ist weg. Francesca, die mit der er Probleme hatte und auch Maria die Chefin vom Garden Resort noch da. DJ bleibt auch. Matze und ich überlegen, dass wir vielleicht ein neues Vokabelheft brauchen um griechisch zu lernen(Mario ist Zypriote). Aber Griechisch bringt einem doch nix später, ja Italienisch ist doch aber das gleiche, die haben nicht mal Kolonien erwidert Matthias. Gefühl immer noch schlecht nach dem essen und während der Verabschiedungsshow wird es nicht besser. Es ist zeit für die Gäste resumee zu ziehen wie es ihnen gefallen hat. Das Urteil: Vernichtend. Ich kann schon gar nicht mehr zählen wieviele beschwerden ich mir anhören musste. Das Problem ist leider, dass sie ihn vielen Punkten recht haben. Bei schlechtem Wetter kann man hier einfach nichts machen. Nach ein paar weiteren Hass-Reden von Gästen mit dem höflichen beisatz: "Dass geht ja nicht gegen Sie, sie tun ihr möglichstes aber sie können das ja weitergeben." Matze und ich konstatieren, wir können mit negativer Kritik noch nicht umgehen ein weiterer Punkt auf unserer "to-learn-liste". Wir beide haben (noch?) ein Problem damit hart zu arbeiten und dann negatives Feedback zu bekommen, weil die Vorraussetzungen für uns nicht stimmen. Ein krasser Kontrast zum Garden Resort, wo wir Animateure von den Gästen mit Lob überhäuft wurden. Nach 2-3 Mario-Abschieds-Sambucca fallen wir ins Bett und hoffen trotz schlechten gefühls das es irgendwie besser wird.

Jetzt sitze ich grade im info-Point, der Direktor hat uns gerade unsere letzten Stühle weggenommen und wir holen die gammeligen und Schimmeligen Stühle aus dem BAckstage bereich. Unsere gerade frisch gewaschenen Kostüme müssen wir auch in der schimmeligen-Backstage-Costumeria verfrachten. Alles in allem: Ich bin entnervt.